von HappyMarion am Di 31. Jan 2012, 19:02
Geburtsbericht:
Mein Kaiserschnitt-Termin war für Mittwoch, den 25.1. um 8.00 Uhr angesetzt. Am Dienstag Abend davor kam ich ins Krankenhaus Klosterneuburg. Und zwar für die Nacht in ein Zimmer alleine, was sehr angenehm war. Die Nervosität war dann schon groß...
Am Mittwoch hat man mich um 5.50 Uhr geweckt. Ich bekam einen Krankenhaus-Kittel und Stützstrümpfe. Eine Schwester setzte mir den Blasenkatheter. Davor hatte ich die meiste Angst. Ich hatte gehofft, es würde erst im OP nach der Betäubung gemacht werden, aber nein, gleich in der Früh am Zimmer. War dann auch sehr unangenehm, schmerzlich auszuhalten, aber ein Gefühl, als müsste man extrem dringend pinkeln. Dann bekam ich noch zwei Infusionen, ich glaub eine für den Magen und eine beruhigende (oder so). Um 7.30 Uhr kam mein Mann, um 7.45 Uhr schob man mich zum OP-Saal.
Dort haben sich mir ein paar Leute vorgestellt, mir ein paar Sachen erklärt, mich vorbereitet. Mein Mann zog sich inzwischen die OP-Kleidung an. Da waren so enorm viele Leute im OP. Sicher an die 10. Im OP setzte ich mich auf der Liege auf (Beine runterhängend) und musste einen ganz argen Rundrücken für die Spinalanästesie machen. Der Stich tat nicht weh. Mir tat nur wahnsinnig das Genick weh, weil der eine meinen Kopf derart stark runterdrückte, dass ich dachte, mir bricht der Kopf ab. Dann legte ich mich wieder hin. Hüfte und Beine wurden langsam heiß und kribbelig und immer tauber. Mein Zudeckleintuch wurde hochgeklappt und über Stangen gelegt, sodass ich nicht mehr drüber sehen konnte. Ich war dann richtig aufgespannt (so wie zum Vierteilen). Meine Güte das klingt jetzt schlimmer, als es war, aber halt unangenehm. Die gestreckten Beine wanderten auseinander, der rechte Arm war ausgestreckt festgemacht und der Blutdruckmesser drauf, der linke Arm ausgestreckt mit dem Pulsmesser am Finger. Die Finger konnte ich gut bewegen und das tat ich dann auch die ganze Zeit.
Dann sagten sie sie beginnen jetzt und ich dachte nur, wo ist mein Mann, der ist noch nicht da. In dem Moment war er aber neben mir (sie lassen ihn erst rein, wenn der Schnitt schon gemacht ist). Er sah so lustig aus in dem OP-Gewand. Ganz in türkis mit so eine Vollkopfbedeckung, wo nur das Gesicht rausschaut (oder nur die Augen? ich bin nicht mehr sicher). Dann wurde in meinem Bauch irrsinnig gerumgerüttelt und gezogen. Ich fand es sehr schmerzhaft, im Prinzip empfindet man aber keinen Schmerz sondern nur die Bewegung. Das Herumgezerre war aber echt enorm. Ich dachte eher ich liege halt dort und spür nix. Das war nicht der Fall. Das war echt nicht schön. Also nicht falsch verstehen, ich bereue es sicher nicht, ich hatte es nur echt unterschätzt. War auch für mich als Narkotisierte noch harte Arbeit. Ein Gefühl, das ich nicht genau beschreiben konnte. Wirklich körperlich anstrengend, auch wenn das unglaublich klingt.
Dann meinten sie der Kleine wär gleich draußen, seitlich hab ich gesehen, wie sie ihn der Hebamme gegeben haben und in ein grünes OP-Tuch wickelten. Oh, er sah süß aus, aber halt total voller Käseschmiere. Länger durfte er im OP nicht bleiben, denn im OP ist es wegen der Keimfreiheit recht kühl und das wär nix für ein Neugeborenes. Also ist mein Mann mit der Hebamme und dem Kleinen raus gegangen. 2 min später haben sie ihn mir nochmal kurz gezeigt. Da war er schon sauberer und eingewickelt. Ich durfte ihm ein Bussi geben und mein Mann ging wieder mit ihm weg. In der nächsten halben Stunde wurde ich zugenäht. Auch das war noch unangenehm. Ich konnte richtig den Faden spüren, aber die Erleichterung war da, dass alles gut gegangen ist.
In dieser halben Stunde war mein Mann mit dem Kleinen in einem recht dunklen, sehr warmen Raum. Mein Mann lag dort mit nacktem Oberkörper und hatte den Kleinen auf der Brust liegen. Heute noch schwärmt er davon, wie toll das war, dass er so lange mit dem Kleinen kuscheln konnte gleich nach der Geburt. Echt eine gute Sache, dass das beim KS der Papa übernehmen kann, wo doch die Mama nicht da ist.
Als ich zugenähnt war, kam ich in den Aufwachraum. Dort muss man bleiben bis man wieder ein bisschen Gefühl in den Beinen spürt. Mein Mann und Marwin kamen dazu und wir hatten sicher 1-2 Stunden für uns.
Dann kam ich aufs Zimmer (nun in ein anderes mit einer anderen Mama, die genau 24h vor mir den KS hatte).
Nun galt es den Tag zu überstehen. Beim KS ist der erste Tag das Schlimmste, dann gehts bergauf (sah ich, da es meiner Zimmernachbarin zu dem Zeitpunkt schon sehr gut ging und sie mobil war). Ich konnte den ganzen Tag nur liegen. Da war ich dann froh über den Blasenkatheter und spürte ihn auch nicht mehr. Am Bauch hatte ich einen kleinen Sandsack und eine ganz enge Bauchbinde, Schmerzinfusion im Arm. Die Schwestern kamen regelmäßig meine Binden wegen der Blutung wechseln. Davor hatte ich auch Angst gehabt, aber es war nicht unangenehm. Die sind alles sooooo lieb und machen das ja tagtäglich. Im Gegenteil, ich war immer dankbar, wenn ich sauber gemacht wurde.
In der Nacht hatte ich dann das Baby nicht bei mir. Ich konnte ja nicht aufstehen zum Wickeln oder füttern. Er schlief selig im Kinderzimmer im Wärmebettchen.
Am Donnerstag hat mir eine Schwester dann das Leben sehr erleichtert: Sie half mir aufstehen, ging mit mir ins Bad, befreite mich vom Katheter, half mir beim Umziehen und waschen, brachte mich wieder ins Bett und nahm auch noch die Infusionsnadel raus. Ein neuer Mensch. Nun konnte ich mich voll um mein Baby kümmern, ihn wickeln, Fläschchen machen. Und mich bewegen.
Am Freitag kam der Verband ab und ich durfte duschen (wie schön). Es kam dann gar kein Verband mehr drauf. Aufstehen ging von mal zu mal einfacher, Schmerzen absolut auszuhalten.
Am Sonntag durften wir nach Hause. Marwin gesund und munter und ich auch voll fit. Hier startet unser neues Leben als Familie.