Hallo Zusammen
Bin zugegebenermaßen nie ein Freund davon gewesen, Probleme nach aussen zu tragen, jedoch ist es wohl manchmal nicht so schlecht, wenn eine knifflige Situation mal von "neutralen" Personen betrachtet wird...
wird allerding etwas länger die Geschichte...
Folgende Situation:
Ich bin Mutter von 3 Kindern, meine Tochter ist 16, meine Söhne 9 und 11.
Der Vater meiner Großen kümmert sich seit Jahren nur wenn er grad Zeit und Lust hat und seine neue Frau es ihm "gestattet", der Vater meiner Söhne war schon während der langjährigen Beziehung kein Vater und seit der Trennung vor 2 1/2 Jahren wollen die Jungs von sich aus keinen mehr.
Vor gut 2 Jahren lernte ich meinen jetzigen Lebensgefährten kennen, hatten 1 1/2 eine Fernbeziehung (ich Deutschland - er Östrerreich), die ersten Monate pendelte nur ich jeden Monat für ein paar Tage zu ihm, dann kam auch er zu uns.
Kinder und "neuer Mann" verstanden sich auf Anhieb super und die Frage kam irgendwann auf "zieht er zu uns oder wir zu ihm".
Da ich aufgrund vieler Faktoren mit den Kindern schon vor dieser neuen Beziehung aus der ganzen Umgebung weg wollte, (Dauerstreit und Stress mit meiner Familie -hab ja immer alles falsch gemacht in meinem Leben-, ständiges Aufhetzen gegeneinander wo auch die Kids mit reingezogen wurden, Vater der Jungs beging 2x Hausfriedensbruch bei uns, Anzeigen folgten usw...) kurzum, uns allen ging es dort mehr schlecht als Recht und die Psyche aller litt enorm, machte ich kurzen Prozess und wir entschieden, dass wir nach Österreich zu ihm gehen.
Die Kinder waren zu meiner Überraschung alle einverstanden, mit ängsten, ganz klar, aber es war ok für sie.
Als die Wohnung gekündigt, der Umzugstermin feststand, kam meine Große aus heiterem Himmel mit der bösen Überraschung, sie würde nicht mitkommen...hatte plötzlich nur böse Worte für alles was "den Neuen" und Österreich betraf...und sie wolle das letzte Schuljahr in Deutschland zuende machen, wolle keinen Wechsel für das letzte Jahr (DAS allein hätte ich nachvollziehen können) und ausserdem wolle sie nicht auf ihre Freunde verzichten...
Ich bin relativ schnell dahintergestiegen, dass meine Mutter ihr zugeredet hat, meine Tochter war für sie immer schon "Ersatz" für mich, die "mißratene eigene Tochter".
Meine Mutter war nie eine solche wie man es sich als Kind wünscht, ich hatte mehrere schlimme und schwere Situationen in meinem Leben in denen ich von ihr als Mutter im Stich gelassen wurde, als Kind, als Jugendliche, wie auch als Erwachsene...weil sie nie mit ihrem eigenen Leben zurecht kam, sie ist seit vielen Jahren Trinkerin, lebt in einer 2 Zimmer Whg, arbeitet zwar, aber ist immer bereits Mitte des Monats pleite...vielleicht verständlich das ich mein Kind nicht ernsthaft dort lassen wollte...
Alles verbieten, reden, bitten, betteln, erklären und diskutieren über viele Wochen half nichts und so drehte ich den Spieß um und sagte meiner Tochter schweren Herzens, dass ich ihr nun die Entscheidung selbst überlasse, in der Hoffnung, sie würde es sich im letzten Moment noch anders überlegen, Mama und Brüder lässt man vielleicht doch nicht "einfach so" 1000km wegfahren...
4 Tage vor dem Umzug kam mein Lebensgefährte mit dem Umzugstransporter zu uns, half noch bei den letzten Kleinigkeiten, meine Tochter war zu dem Zeitpunkt bereits zu meiner Mutter "gezogen" und wir sollten zu ihnen kommen.
Dort sprachen wir nochmal über alles, meine Tochter, meine Mutter, mein Bruder (28) der auch noch bei meiner Mutter lebt und mein Lebensgefährte.
Schnell wurde dann klar, weshalb meine Tochter so versessen darauf war bei meiner Mutter zu bleiben, man hörte nur wie toll alles wird wenn sie dort wohnt, wie das Kinderzimmer renoviert wird, neu eingerichtet, Urlaube wurden versprochen, ihre Freunde die alle ein und aus gehen dürfen, usw...kurzum, meiner Tochter wurde das blaue vom Himmel versprochen und angepriesen, da hatte ich keine Chance...
Sie blieb also dort...
Wir waren erst wenige Tage in unserer neuen Heimat, da kamen bereits die ersten Mails von meiner Mutter...sie braucht Geld fürs Kind...es dauert ja schließlich ein paar Tage bis das Kindergeld was nun auf sie überschrieben wurde, eingehen würde.
Wir überwiesen ihr also Geld in Höhe des Kindergeldes als übergang.
Wochenlang kamen immer nur Mails alle paar Tage, sie hätte kein Geld da sie noch immer nichts bekäme von der Kindergeldkasse (ist wie hier Familienbeihilfe) und ich würde mir nun ein "schönes Leben machen und sie könne zusehen"...
nie eine Mail, wie es meinem Kind geht, was sie macht oder so...
Mit meiner Tochter habe ich immer Kontakt über Facebook und Skype, laut ihr lief es super, aber ich wusste das es gelogen war, aber das kInd wollt es nie zugeben.
Immer wieder blickte durch, wie schlecht es meiner Tochter geht, von ihr selbst, wie auch durch Mails mit meinem Bruder oder durch diverse "Beschwerdemails" meiner Mutter...
Kein Geld, oft das mehere Tage der Kühlschrank leer war, Schule konnte ohne Probleme geschwänzt werden, da meine Mutter von morgens 7 bis abends 19 Uhr weg ist, an Wochenenden konnte weggeblieben werden bis in die Nacht oder meine Tochter kam über Nacht gar nicht zurück, sie konnte also machen was sie wollte.
Jetzt, 5 Maonate nach dem Umzug ist es so weit, dass meine Tochter am Ende ist...psychisch gesehen. Sie gibt zu das es ein Fehler war dort zu bleiben, leidet wie Hölle, dass sie ihre Mama nicht bei sich hat...sie hat einfach alles unterschätzt und wird sich nun allem bewusst...meine Mutter jedoch hat trotz aller eigener Probleme immer noch so einen großen Einfluss auf das Mädchen, mit falschen Versprechungen und der Aussage "aber hier hast du all deine Freunde", dass meine Tochter obwohl es ihr nicht gut geht, nicht hier hin will und noch immer denkt "das wird bestimmt noch"...
Meine Mutter rief mich vor ein paar Tagen zum ersten Mal an um mir mitzuteilen, dass SIE ja so verzweifelt ist, mit dem Kind nicht fertig wird, das Kind nur noch macht was es will und sie sich aus Verzweiflung an ihren leiblichen Vater gewandt hat (wir teilen uns das Sorgerecht), der allerdings nicht so agierte wie sie es hoffte, sondern das Jugendamt einschaltete und der Meinung ist, dass das Kind bei dem hin und her am besten für eine Weile in eine Kinder- und Jugendpsychatrie gehöre...
Nun hat SIE angst, man könne das Kind bei ihr wegholen und wer weiß wohin bringen und ICH bin an allem Schuld, denn ich hätte das Mädchen damals mitnehmen müssen, habe sie allein gelassen und nun geht alles drunter und drüber und ich mache mir ein schönes neues Leben und kümmere mich um nichts...
Ich bin völlig am Ende...
Ich versuche noch immer meine Tochter zu überzeugen das sie herkommen soll, wir sie sofort holen wenn sie es will...denn einfach so dorthin kann ich nicht und bestimmen das sie mit muss...sie hat mit 16 eigenes Entscheidungsrecht...ich MUSS also warten das sie was sagt...

Aber sie schiebt noch immer ihre Freunde vor, die sie nicht verlieren will, die wären ihr zu wichtig, dafür nimmt sie das miese Leben bei meiner Mutter in Kauf...verständlich grad in dem Alter, jedoch muss sie doch sehen, dass ihre Freunde sich nicht um sie und ihr Leben kümmern können, nur ihr beistehen und es so nicht weitergehen kann...

Ich versuchte auch schon, sie nur indirekt zu überreden, indem ich ihr Tagelang immer schrieb wie toll alles hier läuft und wie schön alles ist und nur sie noch fehlen würde, jedoch ging das hinten los...sie schrieb mir zurück, dass es ihr weh tut das alles zu lesen wie gut es uns geht, während sie dort sitzt und es ihr immer schlechter geht...
Dabei ist es doch IHRE Entscheidung, sie will ja nicht da weg...!
Mein Lebensgefährte versucht mich immer aufzubauen, dass das Mädchen schon noch zur Vernunft kommt und wir sie dann sofort holen, jedoch habe ich höllische angst, dass sich nun wirklich die dt. Behörden einschalten und ich dann erst Recht nichts mehr tun kann und auf gar nichts mehr Einfluss habe...!
Es ist alles zu zum kot*** und ich kann bald nicht mehr vor lauter Sorge und Machtlosigkeit...denn solang das Kind nicht freiwillig sagt, sie will her, muss ich zusehen wie sie immer mehr den Bach runter geht...sie wurde mittlerweile von der Schule geschmissen, weil sie fast nicht mehr dort war und auch seitens der Schule soll das Jugendamt eingeschaltet werden...es war wie gesagt, das letzte Schuljahr...

Ich wusste von Anfang an, das es ca so laufen würde, ich kenne ja meine Mutter und ihre unfähigkeit was Kindererziehung betrifft -klingt hart, ist aber leider so-
Ich war vom ersten Tag dagegen, musste mein Kind mit miesem Gefühl zurücklassen und bin nun alles Schuld...denn auch bei Behörden, Ämtern, Schulen und allen die es Interessiert, stellt sie mich so hin...niemanden Interessiert dass das Kind gegen meinen Willen dort ist und bleibt, da ich dank der Aussagen meiner Mutter, das Kind allein zurückgelassen habe und eh zu weit weg bin um was zu machen...
Ich habe überlegt einen Anwalt einzuschalten, doch was soll der tun? Das Kind zwingen zu mir zu kommen? So lang sie nicht freiwillig will, würde sie mir hier wohl abhauen...hatte sie damals eh angedroht...
Das Mädchen ist völlig Zwiespaltig geworden...
einen Tag schreibt sie mir ne Mail wie sehr sie mich vermisst und wie schlecht es ihr geht, sage ich ihr dann, sie hat ja die Möglichkeit her zu kommen, dreht sie um und sagt 'nein, ich will hier bleiben'...
Soll ich echt weiter zuschauen bis es ihr so schlecht geht, dass sie von allein sagt, es geht nicht mehr, sie will her?
Das halt ich nicht aus

Bin selbst schon am Ende wegen ihr...
Kleiner, nebensächlicher Zusatz, meine Söhne haben sich von Anfang an hier wohl gefühlt, die Schulen laufen super, die Beiden wollen nicht mehr weg und finden Österreich "viel besser als Deutschland", würden meinen Lebensgefährten am liebsten als richtigen Vater adoptieren, lieben ihn ohne Ende, ich habe bereits einen Job gefunden, arbeite auf Teilzeit und alles läuft...der Umzug war abgesehen von dem oben Geschriebenen, die beste Entscheidung die ich für mich und die Kinder nur hätte treffen können...
Hoffe auf viele Tipps und Meinungen, was ich tun soll oder könnte...
Danke fürs lesen
LG