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Mein Baby wurde / wird per Kaiserschnitt geboren

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    Der nächste Beitrag kann belesen werden.
    Vll ist wieder wer so lieb, und gibt mir ein Feedback? Rechtschreibfehler, zu viel/wenig Fachchinesisch,...

    Danke
    Zuletzt geändert von flower; 09. 10. 2013, 16:28.

  • #2
    Re: Mein Baby wurde / wird per Kaiserschnitt geboren

    Entbindung durch einen Kaiserschnitt

    Manche Mütter entscheiden sich nach Anraten eines Arztes (z.B. bei Zwillingen) zu einem Kaiserschnitt, andere aus rein persönlichen Gründen. Und wieder andere kommen im Laufe der Geburt in eine Situation, die einen KS erfordern.


    Medizinische Definiton



    • Primärer KS: Wird vor muttermundwirksamen Wehen und/oder vor Blasensprung gemacht.
    • Sekundärer KS: Wird nach Eintreten von muttermundwirksamen Wehen und/oder nach Blasensprung gemacht
    • Not KS: Wird dann gemacht, wenn ein lebensbedrohlicher Zustand von Mutter und/oder Kind nicht auszuschließen ist.
    • Akuter Not KS: Ein lebensbedrohlicher Zustand von Mutter und/oder Kind ist bereits in Gang.
    • Wunschkaiserschnitt: Schnittentbindung, die medizinisch nicht notwendig ist, sondern allein auf Wunsch der werdenden Mutter durchgeführt wird


    Doch was passiert genau bei einem Kaiserschnitt? Bis auf eine Vollnarkose die zB bei einem akuten Not KS vorgenommen wird, ist der Ablauf bei allen Kaiserschnitten ident.

    Nachstehend ist das Beispiel eines „Misgav Ladach“ Kaiserschnittes angeführt. Diese Operationsmethode wird in der heutigen Zeit fast überall angewandt. Dabei wird im Gegensatz zu älteren Methoden, nicht mehr so viel geschnitten, sondern mehr gedehnt und gerissen. Dabei geben die weniger starken Gefäße nach und die größeren bleiben verschont. Es wird bei dieser Methode auch weniger Nahtmaterial eingesetzt als bei anderen Techniken.


    Was genau geschieht bei einem Kaiserschnitt?


    Vorbereitungen

    • Legen eines Venenzuganges
    • Gabe eines Antibiotikums (zur Infektionsprophylaxe)
    • Anziehen des OP-Hemdes
    • Anziehen von Kompressionsstrümpfen
    • Anlegen der Spinalanästhesie
    • Legen des Harnkatheters

    Im OP

    In manchen Krankenhäusern kann eine Begleitperson in den OP mitgehen. Nach einem kurzen Einweisungsgespräch setzt sich diese dann zur werdenden Mutter - an das Kopfende des OP Tisches. Je nach Krankenhaus, bleibt die Begleitperson bis zur vollendeten Operation im OP, oder kann mit dem Baby zur Erstuntersuchung (U1) mitgehen und dann mit der Hebamme und dem Baby im Kreissaal auf die Mutter warten.

    Letze Vorbereitungen

    • Anlegen von EKG-Elektroden und Blutdruckmanschette
    • Desinfizieren des Bauches
    • Abdecken mit Tüchern (versperren die Sicht auf das Operationsgebiet)
    • Anbinden der Arme
    • Aufsetzen einer Sauerstoffmaske
    • Kontrolle ob kein Gefühlsempfinden am Bauch mehr vorhanden ist

    Die Operation an sich

    • Einschnitt Oberhaut im Bereich der Schamhaargrenze (Pfannenstieltechnik)
    • Stumpfes Eröffnen der Unterhaut (Subkutis)
    • Einschnitt der Weichteil-Komponenten des Bindegewebes.(Faszien)
    • Stumpfe Erweiterung des Einschnittes – seitlich (lateral)
    • Auseinanderdrängen der Bauchmuskeln (Rektusmuskulatur)
    • Stumpfes Eröffnen des Bauchfelles (Peritoneums)
    • Auseinanderdrängen des Bauchfelles – halswärts (kranial) und steißwärts (caudal)
    • Bogenförmiger Einschnitt der Gebärmutter im Bereich der Blasenumschlagfalte
    • Stumpfe Erweiterung der Einschnittstelle – seitlich (lateral)

    Das Baby wird Geboren

    • Entwicklung des Babys (Rausheben aus der Gebärmutter)
    • Abnabelung und Übergabe an die Hebamme
    • Apgar Bestimmung (Aussehen, Puls, Grundtonus (Körperspannung), Atmung, Reflexe
    • Wenn das Apgar es erlaubt, wird das Baby kurz der Mutter gezeigt
    • Gabe des Medikamentes Pabal intravenös
    • Manuelle Lösung der Plazenta
    • Nachtastung ob die Gebärmutterhöhle leer ist, die Wände glatt sind und wie weit der Muttermund geöffnet ist.
    • Vermessung des Abstandes im Becken (bland C.v.) - der für einen spontane Geburt am ausschlaggebendsten ist.

    Bald ist es geschafft

    • Setzen der Ecknähte an der Gebärmutter
    • Setzten mehrerer Einzelknopfnähte im Bereich des Wundwinkels
    • Einschichtiger Verschluss der Gebärmutter
    • Bauchtoilette (Entfernung von Blut und Fruchtwasserresten mit feuchten Kompressen oder Sauger)
    • Eventuell Wiederherstellung des Bauchfelles (Peritonealisierung)
    • Adaption des Peritoneums
    • Muskelnaht im Bereich der Pyramidalmuskel
    • Setzen der Faszienecknähte
    • Setzen der Sicherungsnaht
    • Verschluss der Faszie mittels fortlaufender Naht
    • Verschluss der Haut mittels resorbierbarer Intrakutannaht
    • Kontrolle ob alle Bauchtücher und Instrumente vollständig entfernt wurden.


    Kurz nach der OP

    Wenn es der Patientin nach der OP gut geht und aus medizinischer Sicht nichts dagegenspricht kommt sie gleich in den Kreißsaal, wo das erste Kennenlernen stattfindet. (Bonding)
    Beim Bonding wird der Mutter ihr Baby auf die Brust gelegt, wo sie es dann auch zum ersten Mal stillt. Sie kann dann auch die erste Kindsversorgung (baden, wiegen, anziehen) miterleben.

    In manchen Krankenhäusern kommen die Frauen - bevor Sie im Kreissaal ihr Baby genießen können - noch in einen Überwachungsraum. In der Zeit kann das Bonding auch eine Begleitperson (z.B. Papa hat das Baby auf seiner nackten Brust) übernehmen.

    Hier gibt es von Krankenhaus zu Krankenhaus oft große Unterschiede, die man schon vorher in Erfahrung bringen kann.


    Auf der Station


    Nach einem Kaiserschnitt sind Mutter und Kind ca 5 Tage stationär im Krankenhaus. Der Katheter wird - je nach Krankenhaus - meist bei der ersten Mobilisierung außerhalb des Bettes in Kombination mit dem Gang zur Toilette - entfernt. Zur Vermeidung von Thrombosen bekommt sie täglich eine Heparinspritze in den Bauch oder in den Oberschenkel. Die Kompressionsstrümpfe behält sie bis zur Entlassung an.
    Das Schmerzempfinden nach der OP ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Je nach Bedarf bekommt sie ein entsprechendes Schmerzmittel.
    Manche Krankenhäuser beginnen mit der Mobilisierung der Mütter schon vier Stunden nach der OP, aber auch hier gibt es Unterschiede. Anfänglich erfolgt die Physiotherapie mit einer Schwester am Bett. 
Aber schon bald wird sie wieder alleine gehen können. Je öfter sie geht und am Bauch liegt, umso schneller werden die Schmerzen weniger.
    Täglich kommt eine Visite mit Schwestern und Ärzten zu ihr ans Bett um ihren aktuellen Zustand zu erörtern.
    Das Stillen ist für Mütter die mit einem KS entbunden haben ebenso möglich. Lediglich die Dauer bis die Milch einschießt kann ein wenig länger dauern. ( Ca 3-5 Tage - dies ist jedoch völlig in Ordnung, da das Baby im Kreissaal das reichhaltige Colostrum beim ersten Stillen getrunken hat). Die Schwestern auf der Station werden auf Wunsch hin beim Stillen gerne Hilfestellung leisten.
    Während des Aufenthaltes im Krankenhaus führt ein Kinderarzt auch die U2-Untersuchung beim Baby durch.
    Zuletzt geändert von flower; 10. 10. 2013, 08:35. Grund: Rechtschreibung verbessert ;)

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